Wintersonnenwende: Traditionen von früher und heute

Die Wintersonnenwende ist für viele Menschen sehr viel mehr als nur die längste Nacht des Jahres. Was hinter diesem Tag steckt, der in unserer Gegend schon fast vergessen wurde, lesen Sie hier.

Heute – am 21. Dezember – erleben wir auf der Nordhalbkugel den kürzesten Tag des Jahres. Das heißt, von nun an werden die Tage endlich wieder länger! Allerdings bedeutet das noch längst nicht das Ende des Winter-Modus für Ihren Körper. Dieser schüttet auch noch im Januar und Februar verstärkt das Schlafhormon Melatonin aus, das für Trägheit und Müdigkeit sorgt. Dagegen hilft im Grunde nur möglichst viel ungefiltertes Tageslicht. Gönnen Sie sich also ruhig den ein oder anderen ausgedehnten Winterspaziergang. Einige weitere Fakten zur Wintersonnenwende:

Wintersonnenwende: Wieso? Weshalb? Warum?

Warum das Kürzer- und Längerwerden unserer Tage – anders als viele glauben – nichts mit der Erdumlaufbahn zu tun hat, was bei der Wintersonnenwende eigentlich passiert und warum diese nicht immer am 21. Dezember stattfindet, haben wir Ihnen bereits vor zwei Jahren in einem Blogbeitrag zusammengefasst. Da ist garantiert auch der ein oder andere Fakt dabei, den Sie noch nicht wussten. Das Grundlagenwissen zur Wintersonnenwende können Sie hier nachlesen.

In diesem Beitrag erfahren Sie zusätzlich ein paar spannende Mythen und geschichtliche Kuriositäten rund um den kürzesten Tag des Jahres.

Weihnachten und die Wintersonnenwende

Vor der Einführung des Gregorianischen Kalenders fiel die Wintersonnenwende nicht auf den 21., sondern auf den 25. Dezember. Merken Sie was? Das ist der Weihnachtstag – und zwar nicht zufällig. Die christlichen Machthaber dieser Zeit wollten es den heidnischen Völkern im Norden so einfach wie möglich machen, zum christlichen Glauben überzutreten. Darum haben sie viele der Feste, die dort traditionell begangen wurden, einfach übernommen und mit einer neuen Bedeutung belegt. Da die Wintersonnewende einer der bedeutendsten Feiertage dieser Völker war, entschied man sich, die Feierlichkeiten anlässlich der Geburt von Jesus Christus auf dieses Datum zu legen. Gleiches Fest, neuer Anlass! Mit der Kalenderreform verschob sich die Wintersonnenwende dann auf den 21. Dezember, das Datum für die Weihnachtstage wurde aber beibehalten.

Überbleibsel des Ursprungsritus in Skandinavien

Überbleibsel des Ursprungsritus in Skandinavien

In Skandinavien feierte man vor dem Siegeszug des Christentums zur Wintersonnenwende das sogenannte Julfest. Hier ist die Nähe dieser beiden Feiertage noch besonders stark zu spüren. Denn dort haben verschiedene Bräuche des Julfests bis heute Einzug in die Weihnachtstradition gefunden. So wünscht man sich dort zum Beispiel zu Weihnachten „God Jul!“.

Wintersonnenwende in der Steinzeit

Wintersonnenwende in der Steinzeit

Die Feierlichkeiten zur Wintersonnenwende reichen sogar bis in die Steinzeit zurück. Das belegen zahlreiche Funde und Relikte. Einige meinen, dass zum Beispiel Stonehenge in Südengland zu diesem Zweck errichtet wurde. Auch wenn das als nicht unumstritten gilt, versammeln sich dort jedes Jahr viele Menschen in fantasievollen Kostümen, um die Wiedergeburt der Sonne zu feiern.

Sehr viel klarer ist dieser Zusammenhang allerdings im irischen Newgrange belegt. Das dortige 5.000 Jahre alte Ganggrab, das auch zum UNESCO-Weltkulturerbe zählt, ist definitiv mehr als eine einfache Grabstätte. Denn tatsächlich fällt nur am Tag der Wintersonnenwende das Licht der aufgehenden Sonne durch ein kleines Fenster auf ein keltisches Symbol im Inneren der Grabkammer. Was wie eine Szene aus einem Abenteuerfilm klingt, erleben ganz real jährlich eine handvoll Menschen, die sich im Losverfahren gegen tausende Interessenten durchsetzen konnten. Ein erstaunliches mystisches Beispiel altertümlicher Baukunst.

Böse Geister in Österreich

Alles zu weit weg? Auch bei unseren Nachbarn in Österreich wird bis heute in einigen Regionen die Wintersonnenwende gefeiert. Im beschaulichen Ort Fusch im Salzburgerland zum Beispiel findet alljährlich eine große Fackelwanderung durch die lange Winternacht statt. Anschließend versammelt man sich um eine große Feuerstelle, wo Menschen in schaurigen Kostümen als sogenannte Perchten mit Fell und Hörnern laut scheppernd die bösen Geister vertreiben. Sie verkörpern das Böse und werden im Laufe der Zeremonie von den farbenfrohen Tresterern abgelöst, die für das Gute und Schöne stehen, das die Menschen im kommenden Jahr erwartet.

An vielen Orten in der Welt ist die Wintersonnenwende also seit tausenden von Jahren eine der wichtigsten Nächte im Jahr. Für die meisten Braunschweiger dürfte aber vor allem die gute Nachricht im Vordergrund stehen, dass die Tage nun endlich wieder Stück für Stück ein bisschen länger und heller werden.


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